Standort mit Geschichte

Der Karlshof und das Gelände, auf dem er steht, haben eine sehr lebendige Geschichte.

1906 eröffnete der Kölner Kaufmann Leonhard Tietz hier das seinerzeit größte Warenhaus der Stadt in einem prachtvollen Gebäude, an dessen Gestaltung auch der junge Ludwig Mies mitgearbeitet hatte. Obwohl es Widerstände gegen die neuartigen Warenhäuser im allgemeinen und jüdische Betriebe im speziellen gab, konnten die Veränderungen, die das "Tietze Lejjenad" mit seinem neuen Konzept mit sich brachte, nicht aufgehalten werden. Die Kaufhäuser boten ihre Waren preisgebunden an, lockten mit einem großen Sortiment und ließen ihre Kunden ohne Kaufzwang flanieren und bummeln. Zudem entstanden neue Ausbildungsmöglichkeiten, die vor allem für Frauen interessant waren. Durch diese Faktoren wurde das Einkaufsverhalten der Aachener nachhaltig geprägt.

Das Warenhaus Tietz war dementsprechend erfolgreich, musste jedoch während der Weltwirtschaftskrise das erste Mal Personal entlassen. Nachdem die nationalsozialistische Bewegung 1933 an die Macht kam, kam es zum Boykott jüdischer Betriebe und Geschäfte - noch im selben Jahr wurde Tietz enteignet und der Konzern im Zuge der Arisierung in Westdeutsche Kaufhof AG umbenannt. 1945 zog der Kaufhof in die Adalbertstraße um.

Das Gebäude wurde im Krieg nur wenig beschädigt; trotzdem wurde es 1965 abgerissen, um Platz für den heutigen Karlshof zu machen, der 1968 erbaut wurde. Der Abriss des ehemaligen Warenhausgebäudes wurde viel betrauert. Von offizieller Seite hingegen wurde der Neubau gelobt als ein Gebäude, das sich stilistisch in seine Umgebung einfügt und trotzdem neue Aspekte einbringt.

Zweck des neuen Karlshofs war es, dem Marktviertel wieder mehr Leben einzuhauchen. Der Weggang des Kaufhofs war deutlich spürbar, und es sollte ein Treffpunkt in der Altstadt geschaffen werden, der den Markt und sein unmittelbares Umfeld wieder attraktiv machte.

Mittlerweile ist der Karlshof kein Neubau mehr, doch wir sind überzeugt, dass er nach wie vor das Potenzial hat, diesen Zweck zu erfüllen. Deshalb streben wir eine Modernisierung des Gebäudes an, um es wieder zu dem zu machen, was es an dieser Stelle in der Altstadt immer gab: ein Treffpunkt mit Gastronomie für alle Aachener, ein Wirtschaftszentrum mit modernen Büro- und Gewerbeflächen - und eine Stadtmarke für Aachen.

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Priscilla Merstein-Jankowski

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